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Wandel von Gegenwartsgesellschaft

Sprecher: Prof.Dr. Tobias Debiel
Sprecher: Prof. Dr. Tobias Debiel
Geschäftsführer: Frederik Brandenstein
Geschäftsführer: Frederik Brandenstein

Um der Fragestellung des „Wandels von Gegenwartsgesellschaften“ gerecht zu werden, verfolgt der Profilschwerpunkt vier miteinander verbundene Ziele. (1) Hochklassige Forschungsprojekte, sowohl von Forschergruppen aber auch von Einzelpersonen, die in kompetitiven Verfahren der Vergabe von Fördermitteln erfolgreich sind, tragen dazu bei, Entgrenzung und Ordnungsbildung besser zu verstehen. (2) Mit verstärkter Internationalisierung hilft der Profilschwerpunkt dem gesellschaftsübergreifenden Fokus des Forschungsprogramms gerecht zu werden und schafft Forschungsnetzwerke sowie Sichtbarkeit in der scientific community. (3) In enger Abstimmung mit anderen Programmen der Nachwuchsförderung unterstützt der Profilschwerpunkt die kompetenzorientierte Weiterbildung von Promovierenden und Post-Doktorandinnen und Doktoranden , auch um sie an die Themenstellung und die strategischen Ziele des Schwerpunktes heranzuführen. (4) Schließlich bildet der Profilschwerpunkt ein Forum für den interdisziplinären Austausch innerhalb der Gesellschaftswissenschaften an der UDE sowie zwischen diesen und benachbarten Disziplinen wie den Bildungs-, den Geistes- und den Wirtschaftswissenschaften. Um all das zu erreichen, hat der Profilschwerpunkt „Wandel von Gegenwartsgesellschaften“ in den drei Jahren seines Bestehens über 80 Projekte unter Beteiligung von mehr als 60 Forscherinnen und Forschern der UDE, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie nationalen und internationalen Kooperationspartnern unterstützt.

Käte Hamburger Kolleg

Sprecher: Prof.Dr. Ingo Schulz-Schaeffer
Sprecher: Prof. Dr. Ingo Schulz-Schaeffer

Mit der Einwerbung eines Käte Hamburger Kollegs (KHK) „Politische Kulturen der Weltgesellschaft. Chancen globaler Kooperation im 21.Jahrhundert“ ist dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) und seinen Partnern, dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn, ein überragender Erfolg für die Forschung im Profilschwerpunkt und an der UDE gelungen. Das Kolleg wurde im November 2010 von einer internationalen Gutachterkommission dem Bundesforschungsministerium (BMBF) zur Förderung empfohlen und ist am 1. Februar 2012 in Duisburg an den Start gegangen. Das KHK will in den kommenden sechs Jahren Wege finden, wie globale Kooperationsprozesse in einer plurikulturellen Weltgesellschaft so gestaltet werden können, dass effektive Lösungen in internationalen Verhandlungen möglich werden. Dabei stehen unter anderem die Themen Regulierung von Finanzmärkten, Klimawandel und Souveränitätseinschränkungen durch Interventionen im Vordergrund.

Mit der Einrichtung des Kollegs verbinden sich hohe Ansprüche. Die Förderrichtlinien des BMBF betonen, dass KHKs die internationale Sichtbarkeit der geisteswissenschaftlichen Forschung in Deutschland erhöhen und zur Entwicklung von Strukturen und Netzwerken zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beitragen sollen. Dafür stellt das BMBF dem Kolleg eine Förderung bereit, die es ermöglicht, pro Jahr zehn Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler  ganzjährig an die UDE zu holen und ihnen die Forschungsinfrastruktur für den wissenschaftlichen Austausch untereinander und mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der UDE bereitzustellen.

An der UDE ist das Kolleg vielfältig mit bestehenden Forschungszusammenhängen vernetzt. Es fokussiert eine Fragestellung, die eng mit dem Konzept „Ordnungsbildung in entgrenzten Verhältnissen“ des Profilschwerpunktes verbunden ist. Kooperationen sind auch mit dem DFG-Graduiertenkolleg „Risk and East Asia“ sowie dem Kompetenznetzwerk „Regieren in China“ geplant. Die Forschung am Kolleg wird mithin auf andere Forschungseinrichtungen der UDE ausstrahlen und zugleich Impulse von ihnen aufnehmen.Mit der Einrichtung des Kollegs verbinden sich hohe Ansprüche. Die Förderrichtlinien des BMBF betonen dass KHKs die internationale Sichtbarkeit der geisteswissenschaftlichen Forschung in Deutschland erhöhen und zur Entwicklung von Strukturen und Netzwerken zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beitragen sollen. Dafür stellt das BMBF dem Kolleg eine Förderung bereit die es ermöglicht pro Jahr zehn Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler  ganzjährig an die UDE zu holen und ihnen die Forschungsinfrastruktur für den wissenschaftlichen Austausch untereinander und mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der UDE bereitzustellen.

An der UDE ist das Kolleg vielfältig mit bestehenden Forschungszusammenhängen vernetzt. Es fokussiert eine Fragestellung die eng mit dem Konzept „Ordnungsbildung in entgrenzten Verhältnissen“ des Profilschwerpunktes verbunden ist. Kooperationen sind auch mit dem DFG-Graduiertenkolleg „Risk and East Asia“ sowie dem Kompetenznetzwerk „Regieren in China“ geplant. Die Forschung am Kolleg wird mithin auf andere Forschungseinrichtungen der UDE ausstrahlen und zugleich Impulse von ihnen aufnehmen. 

Risk and East Asia

Seit 2009 erforschen die Mitglieder des Graduiertenkollegs „Risk & East Asia“ den gesellschaftlichen Wandel in Japan und China aus einer risikoanalytischen Perspektive. Mittlerweile umfasst das Kolleg 18 Doktorandinnen und Doktoranden in drei Kohorten, sowie vier Postdoktoranden, die dort in ihren Promotions- und Habilitationsarbeiten unterstützt werden. Dazu gehört ein anspruchsvolles research training, für das international namhafte Expertinnen und Experten gewonnen werden konnten. Das Graduiertenkolleg kooperiert hierbei eng mit dem White Rose East Asia Center der Universitäten Leeds und Sheffield. Darüber hinaus umfassen alle Qualifikations-Projekte umfassende Feldforschungen vor Ort in Japan oder China.

Die Erfolge der Stipendiaten und der assoziierten Kollegmitglieder sind ein Zeichen für die hohe Qualität der Forschung im Kolleg. Sie konnten Bücher und Artikel in renommierten Wissenschaftsverlagen sowie Artikel in einschlägigen internationalen Fachzeitschriften platzieren. Im Jahr 2012 werden die Verantwortlichen bei der DFG die Verlängerung der Förderung für weitere drei Jahre beantragen.

Nach zwei Dritteln ihrer Laufzeit konnten vier BMBF-geförderte Verbundprojekte zu Flexibilität und Stabilität der Erwerbsarbeit, an denen Forscherinnen und Forscher der UDE beteiligt sind, im November 2011 erste Ergebnisse diskutieren. Zwei der Projekte, „Beruflichkeit, Organisations- und Personalentwicklung im Spannungsfeld von Restrukturierung und Kompetenzsicherung (BOPS)“ und „Integrierte Steuerungsinstrumente zur Steigerung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen der Verlags- und Medienwirtschaft (FLEXMEDIA)“, werden federführend durch Dr. habil. Thomas Haipeter und Prof. Karen Shire, PhD, an der UDE koordiniert.

Im Mittelpunkt des FLEXMEDIA-Projektes steht die Entwicklung und Erprobung eines Leitfadens für die Strategieentwicklung und das Management von Diskontinuitäten für die Medien- und Verlagswirtschaft. Mit dem Instrumentarium wird das Ziel verfolgt, Handlungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen über den gesamten Managementprozess zu geben. Ein Ergebnis der Forschung ist, dass die Unternehmen sich zu einem Großteil noch nicht auf die digitalen Medien eingestellt haben und entsprechend insgesamt auch keine radikalen neuen Beschäftigungsstrategien zu erkennen sind.

Drei innovative Ansätze der Organisation- und Personalentwicklung stehen bei BOPS im Vordergrund: Der erste betrifft die Vernetzung von Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie zu Lernallianzen, um die Verfügbarkeit von beruflich qualifiziertem Personal sicherzustellen. Der zweite Ansatz stellt ausdifferenzierte Karrierewege im Handel als einen Lösungsweg dar, um Führungskräftenachwuchs trotz schlanker Hierarchien zu sichern. Ein dritter Ansatz besteht darin, unternehmensinterne Matching-Prozesse zwischen Stellen und Beschäftigten durch Versetzungsabteilungen zu verbessern. Die Ergebnisse zeigen, dass hinsichtlich der Personal- und Organisationsentwicklung branchen- und unternehmensspezifisch sehr unterschiedliche Wege existier

Kompetenznetz „Regieren in China“

Mit dem Kompetenznetz „Regieren in China“ baut ein weiteres Forschungsprojekt auf der langjährigen Asien-Expertise an der UDE auf. Im Zentrum steht hier die eminent wichtige Frage, wie autoritäre Systeme in Zeiten internationaler Märkte und globaler Kommunikation bestehen. Damit beschäftigt sich auch die sozialwissenschaftliche Chinaforschung. Das Kompetenznetz „Regieren in China“, ein Zusammenschluss von politikwissenschaftlichen Chinaforscherinnen und -forscher an fünf deutschen Universitäten, geht den Fragen von Anpassungs- und Innovationsfähigkeit des chinesischen politischen Systems nach. Dabei konzentrieren sich drei Teilprojekte auf verschiedene Aspekte von Governance in Chinas Transformationsprozess.

Das Duisburger Teilprojekt (in Kooperation mit der Uni Tübingen) beschäftigt sich mit dem Wem und Wie auf lokaler Ebene. Lokale Kader bestimmen den Politikprozess maßgeblich und beeinflussen so die Umsetzung zentraler Politik. In Fortführung eines DFG-Projekts wird davon ausgegangen, dass lokale Kader in je einem Landkreis eine strategische Gruppe bilden. Modelle und Experimente sind auf allen Ebenen zu finden und können top-down oder bottom-up initiiert sein. Sie spielen eine wichtige Rolle für Politikexperimente, -innovation und -variation und bilden somit einen zentralen Mechanismus chinesischer Politik sowohl für die Erprobung neuer Policies (Innovation) wie auch für die Förderung von Standortvorteilen und Stärkung lokaler Besonderheiten (Variation).

Das Kompetenznetz ist eng verknüpft mit dem Arbeitskreis Sozialwissenschaftliche Chinaforschung (ASC) und organisiert in Kooperation jährlich eine Konferenz. Besonderes Augenmerk liegt außerdem auf der Heranbildung wissenschaftlichen Nachwuchses und der Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, insbesondere aus China. Während der Projektlaufzeit (2010–2014) sind jährlich mehrere chinesische Wissenschaftler an den einzelnen Standorten des Kompetenznetzes zu Gast. Für die interessierte Allgemeinheit veröffentlicht das Kompetenznetz deutschsprachige Hintergrundpapiere zu Politik und Gesellschaft Chinas.

Für drei Jahre fördert die DFG das Forschungsprojekt „Warum brechen Staaten zusammen? Eine Mehrmethoden-Untersuchung der Ursachen von Staatskollaps“, das Dr. Daniel Lambach leitet. Das dreijährige Forschungsvorhaben soll untersuchen, welche Kombination von Faktoren zum völligen Zusammenbruch staatlicher Institutionen führen. Dabei steht die Hypothese im Mittelpunkt, dass es insbesondere die Verhaltensweisen bestimmter autoritärer Regime sind, welche den Staat von innen schwächen und aushöhlen, die zu einem besonders drastischen Kollaps öffentlicher Institutionen führen. In Vorarbeiten konnten 20 Beispiele für Staatskollaps seit 1960 identifiziert werden, die mit einer gleich großen Kontrollgruppe verglichen werden sollen.

Unter dem Oberthema „Grenzüberschreitende Arbeitsmärkte“ erarbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der UDE derzeit einen Verbund koordinierter Forschungsprojekte, der Anfang 2012 bei der DFG als Paketantrag eingereicht werden soll. In diesem Forschungsverbund werden Fragestellungen bearbeitet werden, die unterschiedliche Aspekte der Transnationalisierung von Arbeit betreffen. Darunter fallen beispielsweise die Frage nach den Auswirkungen selektiver Rückwanderung auf die Arbeitsmarktintegration von Migranten; die Frage nach den Grundlagen der Zusammenarbeit in transnationalen Arbeitszusammenhängen; die Frage nach den Auswirkungen der europäischen Dienstleistungsfreiheit auf nationale Lohnsysteme; die Frage nach der Entwicklung institutioneller Grundlagen und Rahmenbedingungen für transnationale Arbeitsmärkte, die am Beispiel des Pflegearbeitsmarktes und des Arbeitsmarktes für Softwareprogrammierer international vergleichend untersucht werden soll; die Frage der Entwicklung von Modellen zur Analyse räumlicher Mobilitätsentscheidungen und andere Fragen mehr. Dieser Forschungsverbund wird zukünftig einen wichtigen Baustein der Erforschung neuer Ordnungsbildung unter den Bedingungen entgrenzter Verhältnisse bilden.