Betriebswirtschaftslehre

Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling

Das Team des Lehrstuhls „Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling“ besteht aus Prof. Ludwig Mochty und drei wissenschaftlichen Mitarbeitern. Im Zentrum der Forschungsanstrengungen steht die methodengestützte Durchdringung des internen und externen Rechnungswesens sowie der Jahresabschlussprüfung mit Hilfe von mathematischen und statistischen Verfahren („Computational Accounting and Auditing; Business Analytics). Die empirische Relevanz der behandelten Forschungsfragen und der Zugang zu praxis-relevanten Analysedaten werden durch eine enge Kooperation mit großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sichergestellt. Um Ansatzpunkte für den Einsatz von Mustererkennungsmethoden im Rechnungswesen zu schaffen, wurde ein neuartiger netzwerkanalytischer Ansatz für die Buchführung entwickelt. Einer der Kernbereiche des Controllings ist die verursachungsgerechte Abweichungsanalyse. Bis auf wenige Ausnahmen blieb der systematische Einsatz der Abweichungsanalyse bisher oft nur auf Fragen der Kostenrechnung beschränkt. Um die Abweichungsanalyse auf beliebige Fragestellungen des Controllings und die damit im Zusammenhang stehenden Planungsrechnungen und Kennzahlensysteme anwenden zu können, wurde ein Ansatz auf Basis der Taylorreihe entwickelt. Dieser wird in einem aktuellen Forschungsprojekt auf Fragen der Unternehmensbewertung angewendet. Interne Kontrollsysteme werden mit Hilfe des Process Mining aus SAP-Systemen erhoben und mit Hilfe der stochastischen Simulation hinsichtlich ihres Risikos untersucht. Um die Effizienz der Jahresabschlussprüfung zu steigern, werden analytische Prüfungshandlungen mit Hilfe der multivariaten Statistik und des maschinellen Lernens entwickelt und unter realen Bedingungen getestet. Damit wird schrittweise die Entwicklung der digitalen Wirtschaftsprüfung („Audit 4.0“) wissenschaftlich vorangetrieben. Ein besonderes Forschungsprojekt ist der Ziffernanalyse auf Basis des Benford’s Law gewidmet, die im Rahmen der digitalen Betriebsprüfung zum Einsatz kommt. Im Fokus der Untersuchung stehen hier die Verfahrensfehler („False Positives“), wenn der Benford-Test auf steuerrelevante Daten von klein- und mittelständischen Unternehmen angewendet wird.